16
Sep
2007

Großstädte sind größer

Dieser unnachahmliche Geruch von abgeriebenem, erwärmtem Metall, den man nur in den U-Bahn-Schächten der Großstädte findet. Dieser Geruch weckt bei mir immer Assoziationen mit Größe, Komplexität und menschlicher Distanz. Großstadt eben?
Größer sind sie ja auf jeden Fall, in jeder Beziehung: Die "zentrale Liegewiese" ist am warmen Spätsommertag dann fast überfüllt. Der Stadtplan ist unübersichtlicher und der enthält die Buslinien gar nicht, weil man ihn sonst nicht mehr lesen könnte. Dafür kann man hier in der großen Innenstadt aber einfach so - ohne Blick auf den Fahrplan - zur Bahn gehen und einsteigen und wenig später ankommen.
Wo viele Leute auf engem Raum zusammen sind, die sich nicht kennen wird es aber auch unpersönlicher: der typische am vollen Bahnsteig aneinandervorbeischauende Blick. Hier lächelt auch niemand. Wirklich niemand.
Aber warum sollte man lächeln? In spätestens 2 Minuten ist die Person in der nächsten S-Bahn oder U-Bahn verschwunden. Die fahren hier schneller als im Minutentakt durch.

Mein einziger Zufallskontakt mit mehr als einem Wort waren dann auch andere Touristen, die das S-Bahn-System nicht verstanden haben und mich gefragt haben in welche Richtung sie denn jetzt fahren müssen.

Vielleicht ist auch das Leben in einer Großstadt anstrengender? So wie das Fahren auf einer 3-spurigen Autobahn anstrengender ist als das auf einer 2-spurigen?

Großstädte sind größer, aber sind sie auch anders?

Würde ich in einer Großstadt leben wollen?
renke - 16. September, 13:10

insbesondere die Anonymität reizt mich an Großstädten - wobei es Grenzen gibt.

Zum Beispiel finde ich Bremen von der Größe her ziemlich perfekt: Groß genug zum anonym sein, klein genug sie noch begreifen oder - im Wortsinne - erlaufen zu können.

Nielsson - 16. September, 13:25

Wie würdest du die Anonymität nutzen?
Oder ist es dir einfach lieber, wenn du nicht jeden kennen musst?

In der Erinnerung kommt mir Bremen irgendwie kleiner vor als Stuttgart. :-)
renke - 16. September, 15:58

Anonymität ist für mich ein Wert an sich (klingt komisch, ich weiß...) - ich bin ja in Konstanz groß geworden und habe da ne Menge organisiert (politisches Zeug und viele Parties im Rahmen des Schülerparlaments - so eine Art selbstorganisierter Jugendgemeinderat) und war bekannt wie ein bunter Hund - die Kombination aus meinem Name + kleine Stadt + ziemlich aktiv sorgt für eine hohen Wiedererkennungsswert... So was ist ne zeitlang ganz lustig (und gut für's Ego...) geht aber irgendwann gehörig auf die Nerven.

Bremen ist übrigens fast genauso groß wie Stuttgart - und insbesondere in Stuttgart habe ich immer das "Kesselkoller-Gefühl", ist jetzt *sehr* unfair aber der Menschenschlag dort ist für mich ähnlich wie in Calw - das sind auch so Talsohlenkinder...
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